Was ist Systemische Therapie?

„Die Lösungen von gestern sind die Probleme von heute“  (Clare W. Graves)

Seit 2008 ist die Systemische Therapie als eigenständiges, wirksames, wissenschaftliches Verfahren vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) anerkannt.

Bei Systemischer Therapie wird der Klient als Teil eines komplexen Systems gesehen, in dem die aktuell störenden Denk- und Verhaltensmuster zum früheren Funktionieren dieses Systems beigetragen haben bzw. immer noch beitragen. Der Klient wird nicht als “krank oder schuld“ definiert und spürt schnell eine Verringerung seiner alleinigen “Verantwortung“ für das aktuelle Problem, da sich Problem und Ursache gegenseitig beeinflussen. Sein Verhalten wird immer in einen darin sinngebenden Kontext gestellt. Das Problem an sich ist, wie bereits erwähnt, auch schon eine versuchte Lösung. Unter Berücksichtigung seiner individuellen Möglichkeiten wird der Klient durch den systemisch arbeitenden Therapeuten angeleitet den Blick auch auf bis dahin undenkbare, ungewöhnliche, neue Verhaltensweisen oder Denkweisen zu richten. Der Fokus geht gleichzeitig weg von vermeintlichen Defiziten zu bereits vorhandenen aber nicht mehr wahrgenommenen Ressourcen des Klienten. Dabei wird der Klient während der gesamten Therapie als absoluter Fachmann seines Lebens gesehen und mit ihm eine maßgeschneiderte, passgenaue Lösung entwickelt und Schritt für Schritt umgesetzt.

Systemische Therapie bietet zusätzlich den Vorteil, dass sie in der Regel als Kurzzeittherapie angeboten wird. Dies bedeutet, dass oft wenige Therapiesitzungen verteilt über größere Zeiträume am wirkungsvollsten sind.

 

Was bedeutet systemische Paartherapie/ Familientherapie?

Hierbei wird ebenfalls erarbeitet, welche Denk- bzw. Verhaltensmuster jedes Einzelnen in welchem Kontext noch sinnvoll und lösungsorientiert sind bzw. welche eher zur Aufrechterhaltung des Problems beitragen. Mit den Beteiligten wird ausführlich daran gearbeitet, dass alle sich ihrer ganz individuellen Vorstellungen von Beziehung bewusst werden und trotz dieser Unterschiede eine gemeinsame Zieldefinition möglich wird. Schritt für Schritt wird dann unter Berücksichtigung persönlicher aber auch gemeinschaftlicher Ressourcen auf dieses Ziel hinarbeiten. Probleme sind nicht per se negativ, sondern geben uns Hinweise darauf wo im System Verbesserungsbedarf besteht. Ein wesentlicher Fokus der gemeinsamen Arbeit liegt dabei auf der Art der Kommunikation in der Paarbeziehung. Auch hier werden dysfunktionale Muster aufgedeckt und gemeinsam verändert.

 

Was bedeutet systemische Beratung?

Bei der systemischen Beratung steht die Formulierung, Erreichung und dauerhafte Umsetzung von Zielen im Vordergrund. Der Berater sucht aber auch hier gemeinsam mit dem Klienten nach immer wiederkehrenden Mustern und Wechselwirkungen zwischen Personen und Prozessen. Gemeinsam überprüfen Klient und Therapeut deren Funktionalität. Nicht mehr passende Prozesse bzw. Arbeitsabläufe werden durch neue Ideen und Lösungen abgelöst.

 

Was beinhaltet Erziehungsberatung?

Im Rahmen der Familientherapie ist auch ein ganz wesentlicher Aspekt die Beratung der Eltern im Umgang mit ihren Kindern. Aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung bei der Diagnostik, Therapie und Beratung „besonderer“ Kinder und deren Eltern, kann ich Ihnen vielfältige Tipps, Hilfen und Anregungen beim Umgang mit z.B. hyperaktiven oder autistischen Kindern oder Kindern mit oppositionellem oder aggressivem Verhalten geben. Im Studium habe ich mich weiterhin im Fach Medienpädagogik dem Schwerpunkt Medienkompetenz gewidmet. Fehlende Medienkompetenz bedeutet oft Anlass zu großen Problemen innerhalb der Familie, da ein selbstbestimmter, kompetenter Umgang z.B. der Kinder mit den Medien (z.B. Computerspiele, Internet,…) heute nicht selbstverständlich ist. Wenn es in ihrer Familie hierzu Probleme gibt, können wir gerne passgenaue Lösungen erarbeiten.